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Den Energiehandel verstehen: Wie man das Ungeheuer namens Strommarkt zähmt

Den Energiehandel verstehen: Wie man das Ungeheuer namens Strommarkt zähmt

Spotmarkt, Merit Order, Strombörse, Einspeisebegrenzung und mehr: Wer sich mit dem Energiemarkt auseinandersetzt, weiß vermutlich, was diese Begriffe bedeuten. Für viele andere sind sie allerdings verwirrend und unverständlich. Dabei ist es gar nicht essenziell, diese Ausdrücke benennen zu können – vielmehr geht es darum, die Feinheiten des Marktes bestmöglich zu nutzen. Tools wie der Energiekosten-Assistent (ECA) von Fronius unterstützen dabei. Wir erklären, wie das geht, wie man das Monster namens Strommarkt mit seinen eigenen Waffen schlägt und am Ende vielleicht sogar zu seinem Freund macht.

Stromversorgung erklärt: Wer liefert den Strom in die Steckdose?

In unseren Breiten steht elektrische Energie heute für fast alle jederzeit zur Verfügung. Um das zu gewährleisten, muss ein permanentes Gleichgewicht aus Stromerzeugung und -verbrauch bestehen, wobei die Stromanbieter in der Verantwortung stehen, die benötigten Mengen am Markt einzukaufen.

Ein Großteil dieser Energie wird über langfristige Verträge (Futures) abgedeckt. Da diese Annahmen jedoch niemals zu 100 % akkurat sein können, muss die restliche Nachfrage über kurzfristige Angebote (Day-Ahead) gedeckt werden. Am sogenannten Spotmarkt der Strombörse werden die Strompreise für den jeweils nächsten Tag in stündlichen Chargen verkauft.

Der Preis pro Kilowattstunde (kWh) ergibt sich dabei aus der Nachfrage nach Strom und den damit verbundenen Kraftwerken, die dafür ans Netz genommen werden müssen. Erneuerbare Energiequellen, etwa Sonne, Wind oder Wasser, werden immer zuerst in den Strommix genommen. Erst wenn diese nicht mehr ausreichen, werden Kohle- oder Gaskraftwerke aktiviert.

Den Gesamtpreis pro kWh bestimmt das Kraftwerk mit den höchsten variablen, sogenannten Grenzkosten (die Kosten, die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötig sind). Konkret bedeutet das: An einem Wochentag am Abend wird viel Energie benötigt, es ist wenig PV- und Windstrom im Netz, somit müssen kalorische (also Gas- und Kohle-) Kraftwerke aktiviert werden. Die Kilowattstunde kostet somit einen bestimmten, in der Auktion am Vortrag definierten Betrag. Diesen erhalten alle Anbieter, die zu diesem Zeitpunkt Strom liefern – auch jene, deren Grenzkosten unterhalb dieser Summe liegen. Somit kostet den endverbrauchenden Haushalt eine Kilowattstunde erneuerbarer Strom gleich viel wie eine aus einem kalorischen Kraftwerk, was im Normalfall deutlich mehr ausmacht. Genau das ist das Prinzip der Merit Order.

Variable Stromtarife: Wenn der Spotmarkt plötzlich relevant wird

Diese Systematik war lange Zeit ausschließlich für Stromhändler von Bedeutung – Endkunden hatten zumeist einen Tarif mit fixierten Preisen pro verbrauchter Kilowattstunde. Seit einiger Zeit werden jedoch auch variable, börsengebundene Stromtarife immer populärer. Diese geben den Preis, der bei der Day-Ahead-Auktion definiert wurde, meist mit kleinen Aufschlägen weiter. Damit wird die Strombörse auch für Privatpersonen interessant.

Dabei kann es sogar vorkommen, dass bei einem Überangebot von Erneuerbaren, kombiniert mit reduziertem Bedarf (meist an Wochenenden), der Preis ins Negative sinkt. Das heißt wiederum, dass die Endverbraucher/-innen für die Abnahme des Stroms eine Vergütung erhalten. Aber Vorsicht: Das bezieht sich ausschließlich auf den Preis pro Kilowattstunde – die Netzgebühren müssen trotzdem entrichtet werden. Somit bedeutet ein negativer Strompreis nicht automatisch eine Gutschrift auf der Rechnung.

Der Energiekosten-Assistent ist automatisch in Solar.web Premium inkludiert
Der Energiekosten-Assistent ist automatisch in Solar.web Premium inkludiert

Flexible Stromtarife nutzen: Was bringt die automatisierte Steuerung?

Flexible Stromtarife als Endnutzer/-in sinnvoll einzusetzen, erfordert auf den ersten Blick einiges an Detailwissen – immerhin erscheint es wenig sinnvoll, Verbraucher im Haushalt manuell je nach aktuellem kWh-Preis ein- und auszuschalten. Automatisierung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Beim Laden von E-Fahrzeugen funktioniert das bereits seit einigen Jahren sehr gut. Der Fronius Wattpilot etwa schafft es nicht nur, PV-Überschuss in das Auto zu laden, sondern automatisch auch auf niedrige Spotmarktpreise zu reagieren.

Dieselbe Systematik können Besitzer/-innen von PV-Anlagen mit Batteriespeichern jetzt auch im Eigenheim für sich nutzen – ohne teure Hausautomatisierungs-Systeme. Der Energiekosten-Assistent (auch bekannt als ECA, kurz für Energy Cost Assistant) von Fronius sorgt für die bestmögliche Bewirtschaftung des Speichers und optimiert den Eigenverbrauch. Voraussetzungen dafür sind eine Fotovoltaikanlage mit Fronius Komponenten sowie ein Solar.web Premium-Account.

Fronius ECA: Künstliche Intelligenz für reale Gewinne

Der Energiekosten-Assistent analysiert mit KI-Technologie den zu erwartenden PV-Ertrag, den aktuellen Strompreis sowie den Energiebedarf im Haushalt. Auf dieser Basis legt er die bestmögliche Speicherstrategie fest. Das kann in bestimmten Fällen durchaus bedeuten, dass es wirtschaftlicher ist, aus dem Netz zu laden und den PV-Überschuss einzuspeisen.

Genauso ist es möglich, die Entladung der Batterie in Phasen von günstigen Preisen zu begrenzen, um die zurückbehaltene Energie nutzen zu können, wenn der Tarif wieder steigt. Das alles organisiert der Energiekosten-Assistent stets mit Rücksicht auf die Batteriegesundheit. Somit kommt es auch nicht zu einer Verkürzung der Batterielebensdauer.

Was das für die Endnutzer/-innen konkret an Ersparnis bedeutet, ist natürlich immer von den jeweiligen Gegebenheiten und Nutzungsgewohnheiten abhängig. Im Durchschnitt kann jedoch mit einer Einsparung von bis zu 14,7 % der Stromkosten gerechnet werden.

Einspeisebegrenzung & Spitzenkappung: So geht kein PV-Strom verloren

Ein weiterer Faktor, der mit wachsendem PV-Ausbau immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die sogenannte Einspeisebegrenzung, in Österreich auch als Spitzenkappung bekannt. Dabei geht es darum, die Überlastung von Stromnetzen zu vermeiden, wenn zu viel (erneuerbare) Energie verfügbar ist. Die Regelungen dazu sind von Land zu Land unterschiedlich, eine Gemeinsamkeit besteht dennoch: Wird die Einspeisung auf ein gewisses Maß begrenzt, geht jeder darüber hinausgehende Sonnenstrom verloren – sofern er nicht selbst verbraucht wird.

An dieser Stelle setzt der Energiekosten-Assistent an. Ist zum Beispiel laut Wettervorhersage ein hohes Maß an PV-Stromerzeugung angesagt, etwa zur Mittagszeit, reserviert das System rechtzeitig Kapazität in der Batterie. Damit wird vermieden, dass zum Zeitpunkt der Überproduktion, im Fall einer Einspeisebegrenzung, erzeugte Energie verschwendet wird. Das hat zwei Vorteile: Zum einen wird alles an produziertem Sonnenstrom sinnvoll verwertet, zum anderen leistet die Anlage zusätzlich einen wertvollen Beitrag zur Stabilisierung der Netze.

Energiemanagement bequem und voll automatisiert mit dem Energiekosten-Assistenten
Energiemanagement bequem und voll automatisiert mit dem Energiekosten-Assistenten

Der Weg zum ECA

Das Wichtigste zu Beginn: Der Energiekosten-Assistent ist bei bestehenden Anlagen mit Fronius Komponenten schnell und unkompliziert aktiviert. Benötigt werden ein Hybridwechselrichter der Art GEN24 Plus oder Verto Plus sowie Fronius Smart Meter und ein kompatibler Batteriespeicher. Bei bestehendem Solar.web Premium-Account fallen nicht mal zusätzliche Kosten an.

Bereits mit diesem Set-up unterstützt das System dabei, Einspeisebegrenzungen oder Spitzenkappungen zu vermeiden. Um den ECA jedoch in vollem Umfang zu nutzen, braucht es darüber hinaus einen flexiblen, sprich am Börsenpreis orientierten Stromtarif. Mittlerweile bieten viele der etablierten Energieversorger einen solchen an. Oft lohnt sich ein Vergleich, denn obwohl die Kilowattstunde selbst preislich am Spotmarkt orientiert ist, werden oft Grundgebühren oder Aufschläge in unterschiedlichen Höhen fällig.

Fazit

Steigende Stromkosten, undurchsichtige Tariflandschaft, veränderte Rahmenbedingungen bei Fotovoltaik: Der Energiemarkt bietet unzählige Eigenheiten und Komplexitäten, die oftmals schwer zu verstehen sind. Intelligente Energiemanagement-Systeme wie der Fronius Energiekosten-Assistent zeigen, dass das nicht unbedingt so sein muss.

Mit dem nötigen Know-how und den dazugehörigen Werkzeugen in der Hinterhand wird somit auch aus einem vermeintlichen Ungeheuer ein Schoßhündchen, dem man noch den einen oder anderen Trick beibringen kann.

Bild von Michael Perfahl
Michael Perfahl

…stellt Verbindungen her – nicht nur zwischen Metallen, sondern auch zu Menschen. Darum ist er bei jeder sich bietenden Gelegenheit direkt bei metallverarbeitenden Unternehmen vor Ort und saugt dort Wissen und Erfahrung direkt an der Quelle auf.

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