Beim PV-Anlagenbau ist schnell klar, wo die Solarmodule hingehören – nämlich aufs Dach. Fassaden- und Freiflächen-Konstruktionen sind deutlich seltener. Nur: Wo sollte man den Wechselrichter montieren? Wir haben uns umgesehen und die besten Wechselrichter-Standorte für den optimalen PV-Ertrag gefunden.
Das eigene Zuhause mit einer PV-Anlage auszustatten, klingt erst einmal einfach. Bis sich herausstellt, dass neben den Solarmodulen noch einige weitere Komponenten notwendig sind, damit der eigene Strom fließen kann.
Eines vorweg: Wenn Sie neu in der PV-Anlagenplanung sind und wissen, was ein Wechselrichter ist, können Sie stolz auf sich sein. Für all jene, denen der Nutzen dieser Anlagenkomponente nicht klar ist, eignet sich dieser Blogeintrag.
Nur: Wohin mit dem leise surrenden Herz und Hirn der PV-Anlage? Damit er lange seine Arbeit verrichten kann, mag es ein Wechselrichter
- kühl,
- trocken und
- staubarm.
Was Sie sonst noch tun können, um das Leben Ihres Stromumwandlers zu verlängern, lesen Sie hier.
Im Folgenden widmen wir uns den idealen Plätzen, an denen Wechselrichter ihre maximale Leistung erbringen können.
1. Der Klassiker – Wechselrichter im Technikraum
Die mit Abstand häufigste Heimat für Wechselrichter, zumindest in Mitteleuropa, ist der Technikraum im Erdgeschoss oder Keller eines Gebäudes. Dort kann der Stromumwandler neben seinen Technikkollegen Wärmepumpe, Boiler und Stromspeicher in Ruhe seine Arbeit verrichten und leise vor sich hin surren. Es gilt zu beachten, dass mehrere elektronische Geräte auf engem Raum zu einer höheren Wärmeentwicklung führen können.
Wenn auch Ihr Wechselrichter im Technikraum unterkommen soll, ist grundsätzlich wenig dagegen einzuwenden. Das sind die Vor- und Nachteile:
Technikraum / Keller
| Vorteile | Schutz vor Nässe und Schmutz, unkomplizierte Montage und Verkabelung (Anschlüsse ev. bereits vorhanden), gut zugänglich |
| Nachteile | Warme Umgebung, die zu höherer Betriebstemperatur führt, insbesondere alte Keller können feucht bzw. schlecht belüftet sein |

2. Valide Option – Wechselrichter in der Garage
Nicht jedes Gebäude verfügt über einen Technikraum oder einen Keller. Manchmal steht im Gegenzug eine Garage zur Verfügung. Auch diese bietet sich hervorragend als neue Wechselrichter-Heimat an. Denn neben der Standfläche für die Fahrzeuge befindet sich in den meisten Garagen genügend freie Wandfläche für die essenzielle PV-Komponente. Handelt es sich um eine kleinere Garage oder ein längeres Fahrzeug, kann dies das Parken aber mitunter erschweren.
Garage
| Vorteile | UV- und Regenschutz, keine Geräuschbelastung im Wohnraum, gut zugänglich |
| Nachteile | Verkabelung, nicht jede Garage bietet genug Platz, Autoabgase und Staub durch Handwerksarbeiten können Lüftern zusetzen |

3. Für Freigänger – Wechselrichter im Garten
Manchmal ist einfach nicht genug Platz im Haus, dafür weist der Garten noch den einen oder anderen freien Fleck auf. Auch diese können einem Wechselrichter als Heimat dienen. Aber Vorsicht: Nicht jedes Gerät eignet sich gleichermaßen für den Einsatz im Außenbereich. An manchen wind- und regenexponierten Stellen müssen die Stromumwandler dem Wetter trotzen und bekommen den einen oder anderen Wassertropfen aufs Gehäuse ab. Darüber, ob sich das gewählte Produkt von Staub und Wasser beeindrucken lässt, gibt die IP-Schutzklasse Auskunft. „IP“ steht für „Ingress Protection“, was sich mit „Eindringschutz“ übersetzen lässt. Prinzipiell sind Geräte ab der Klasse IP 65 und höher den Herausforderungen gewachsen.
Nach Süden und Westen gerichtete Wände eignen sich meist weniger, da sie in der nördlichen Hemisphäre stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind als nach Norden und Osten ausgerichtete Wände.
Außenbereich
| Vorteile | platzsparend, eventuell kürzere Kabelwege möglich |
| Nachteile | hohe IP-Schutzklasse erforderlich |

4. Hoch hinaus – Wechselrichter auf dem Dach
Eine Option, die vor allem bei größeren Dachflächenanlagen im Gewerbe zur Anwendung kommt, ist die Montage direkt am Dach. Es bietet sich an, wenn schattige, wind- und regengeschützte Stellen vorhanden sind. Andernfalls sind eine hohe IP-Schutzklasse sowie eine spezielle Kühltechnologie zwingend erforderlich, um Schäden und Ertragsverlusten vorzubeugen. Die Installation am Dach ist insbesondere dann anspruchsvoll, wenn sie eine horizontale Positionierung des Wechselrichters erfordert. Nicht alle Geräte sind imstande, in dieser Lage zu arbeiten. Ihr Installateur weiß, ob sich Ihr Gerät für die horizontale Montage eignet.
Dach
| Vorteile | kürzester Kabelweg, PV-Komponenten nahe beieinander |
| Nachteile | Dach muss für Wartung zugänglich sein, Schutz vor Sonneneinstrahlung, oftmals horizontale Montage |

Detail am Rande: Es gibt tatsächlich einen Fronius Wechselrichter, dem Hitze nichts anhaben kann – den Fronius Tauro. Dieser wurde fürs Gewerbe für Extremwettersituationen konzipiert. Sowohl Hitze als auch Kälte steckt er dank seines doppelwandigen Gehäuses einfach weg. Sein Nachteil: Fürs Eigenheim hat er zu viel Power. Hier bietet sich der kleinere und modernere Fronius Verto an. Auch er ist – ausgestattet mit dem passenden Montageset – direkter Sonneneinstrahlung auf Flachdächern und Wänden gewachsen.
FAQ – Wechselrichter richtig platzieren
Welcher ist nun der beste Wechselrichter-Standort?
Den einen, den perfekten Wechselrichter-Standort gibt es nicht. Es gibt vielmehr zahlreiche valide Optionen, die eine hohe Geräteeffizienz und ein langes Wechselrichterleben begünstigen. Ob Technikraum, Keller, Garage oder Dach – ein geeigneter Platz wird sich in jedem Haus finden.
Fest steht: Jeder Standort kommt mit individuellen Vor- und Nachteilen. So eignet sich nicht jede Garage gleichermaßen als Heimat für den Wechselrichter, weil sie etwa zu klein ist oder im Sommer zu warm wird. Andererseits kann der Technikraum kühl genug für einen Wechselrichter sein. Im Zweifel unterstützt Ihr Installateur Sie bei der Suche nach dem besten Wechselrichter-Standort in Ihrem Zuhause.
Wie sieht der ideale Standort aus?
Das neue Zuhause eines Wechselrichters sollte möglichst kühl und gut belüftet sowie frei von Staub sein. Besonders bei Geräten, die auf passiver Kühltechnologie basieren, ist genügend Abstand zwischen den einzelnen Wechselrichtern einzuhalten, um ein Überhitzen zu vermeiden.
Welche Orte eignen sich nicht für den Wechselrichter?
Es gilt, nur einige wenige No-Gos zu beachten, um die Gerätegesundheit und den eigenen Schlaf nicht zu gefährden. Während die direkte Sonneneinstrahlung zu hohen Betriebstemperaturen und damit zu einer kürzeren Produktlebensdauer führen kann, sollten Wohn- und Schlafräume aufgrund der möglichen Lärmbelastung vermieden werden.
Kann ein Wechselrichter draußen montiert werden?
Ja, aber nicht jedes Gerät eignet sich gleichermaßen dafür. Wichtig ist, auf die Geräteschutzklasse (IP-Zahl) zu achten. Damit genug Wasser- und Staubschutz gegeben ist, ist zumindest IP 65 nötig.
Kann jeder Wechselrichter horizontal montiert werden?
Nein, nicht alle Geräte unterstützen eine horizontale Installation. Ob das jeweilige Produkt für eine solche Platzierung geeignet ist, weiß Ihr Installateur.



